Wir wollen Gerechtigkeit!
In Paris hat ein skurriler Prozess begonnen. Das französische “Nationale Kollektiv für die Wahrheit über das WM-Finale 2006″ will eine Wiederholung des WM-Endspiels zwischen Frankreich und Italien (3:5 im Elfmeterschießen) richterlich erzwingen. Der Videobeweis sei zu Unrecht angewandt worden und der Schiedsrichter habe den Kopfstoß von Zinedine Zidane gegen den Italiener Marco Materazzi, der zum Platzverweis des französischen Kapitäns führte, gar nicht gesehen, so die Begründung. überdies sei der ganze Vorgang am 9. Juli 2006 in Berlin ein perfider Fall von Rassismus.
Die Anwälte des Weltfußballverbandes FIFA hingegen argumentierten rein formaljuristisch. Ein französisches Gericht könne darüber gar nicht urteilen, denn das Spiel habe in Deutschland stattgefunden und der FIFA-Sitz sei die Schweiz. Für nächste Woche wird das Urteil erwartet. (Den Tagesthemen-Beitrag von gestern abend gibt’s als Videostream bei Tagesschau.de)
Doch Moment! Timeout! So schnell schießen die Preußen nicht. Erst einmal muss geklärt werden, wer überhaupt der Endspielgegner der Franzosen ist. Als vehementer Verfechter der Dolchstoßlegende stimme ich Tagesthemen-Moderatorin Anne Will zu, dass zunächst das Halbfinale Deutschland – Italien wiederholt werden muss. Schließlich hatte sich die FIFA nach dem Viertelfinale Deutschland – Argentinien der “Fringserei” in einem besonders schweren Fall schuldig gemacht, indem sie Torsten Frings wegen einer lächerlichen Lappalie für das Halbfinale sperrte.
Wir müssen schnellstens ein “Nationales Kollektiv für die Wahrheit über das WM-Halbfinale 2006″ gründen. Als Anwalt kommt meines Erachtens nur Rolf Bossi in Betracht. Und als Sponsor die “BILD”-Zeitung. Vive la justice!

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