Der Tag, an dem die Trainer gingen

Ein ziemlich turbulenter Tag gestern. Irgendwann mittags greife ich zum Telefonhörer und teile meiner Frau zerknittert mit, dass wir (Borussia Mönchengladbach, Anm. d. Red.) unseres Trainers verlustig gegangen sind. Kaum habe ich aufgelegt, nehme ich den noch warmen Hörer wieder in die Hand und drücke die Wahlwiederholungstaste. Um ihr nämlich mitzuteilen: “Ihr (Bayern München, Anm. d. Red.) habt auch keinen Coach mehr!”

So gibt es auch nach 27 gemeinsamen Jahren immer noch was Neues zu erleben! Beide Trainer weg, am gleichen Tag, fast innerhalb von Minuten. Ich bin beeindruckt.

Und damit nicht genug: kurz vor Mitternacht beschließt auch noch der Hamburger SV, seinen obersten sportlichen Angestellten dem Arbeitsmarkt zuzuführen. Komischer Tag, dieser 31. Januar 2007.

Was gibt es den Geschassten vorzuwerfen?

Bei Felix Magath ist der Fall klar: er hat zweimal nicht die Champions League gewonnen. Das muss der Trennungsgrund sein, denn ansonsten hat er für Bayern München alle zur Disposition stehenden Titel eingesammelt.

über Jupp Heynckes will ich nichts sagen. Er ist das Idol meiner Jugend. Er ist unantastbar. Er kann machen, was er will. Sein Bild mit der kicker-Torjägerkanone wird immer seinen Platz haben neben dem Starschnitt von Rainer Bonhof. Okay, ich gebe zu, beide verbleichen derzeit in irgendeiner Kiste vor sich hin. Aber in meinem Herzen sind sie stets präsent, ehrlich… Es macht mich traurig, dass der Club diesen großartigen Borussen mit einer solchen Gurkentruppe auf die Fußballwelt losgelassen hat.

Bleibt noch Thomas Doll. Der ist ohnehin ein Sonderfall, weil der ganze Verein Hamburger SV ein Sonderfall ist. Nicht mit normalen Maßstäben zu messen, was da an der Alster abgeht. Aber der letzte Platz nach 19 Spieltagen, bei diesem Spielermaterial, das ist nicht doll. Da gehen einem schlicht und einfach irgendwann die Argumente aus.

Stellt sich also die spannende Frage: Wer übernimmt?

Dass Ottmar Hitzfeld bei Bayern einsteigt, ist klar. Hätte ich auch gemacht, den Job, falls mich einer gefragt hätte. Auch der HSV hat’s überraschend eilig. “Wir werden bis zum Spiel gegen Hertha BSC Berlin am kommenden Sonnabend einen neuen Trainer präsentieren”, ließ Club-Boss Bernd Hoffmann heute verlauten. Höchstwahrscheinlich bin ich es nicht. Obwohl ich mir locker zutraue, mit dieser Truppe den Klassenerhalt zu schaffen. Schade für mich, würde wahrscheinlich im Sommer eine hübsche Gratifikation rausspringen!

In Mönchengladbach fängt die Diskussion spätestens nach der nächsten Klatsche am Samstag in Bielefeld wieder an. Aber wer übernimmt ein solch aussichtsloses Himmelfahrtskommando? Nicht mal ich. Zum Glück hat mich keiner gefragt…

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Geschrieben von terrier | Abgelegt unter Alles, Bundesliga-Biss | Bookmark bei mister wong | Bookmark bei del.icio.us | Permalink

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