Das EM-TV-Tagebuch, Tag 16
Sonntag, 22. Juni 2008 – 4. Viertelfinale
Spanien, Italien
Zwei Wörter, die wie Musik in den Ohren von Fußballfans klingen. Milano, Torino, ooohhhh, aahhhh, molto bene! Madrid, Barcelona, aahhh, oohhh, magnifico!
So viel zum Mythos. Jetzt zur Realität.
Spanien gegen Italien. Die Mutter aller Elfmeterschinder gegen die Mutter aller Zeitschinder. Romantische Schönspieler gegen abgezockte Ergebnisspieler. 22 Kicker, die nicht wissen, wie sie die elendig langen zwei Stunden bis zum Elfmeterschießen totschlagen sollen. Schade, dass im Ernst-Happel-Stadion nicht wenigstens ein "Rasen betreten verboten" Schild aufgestellt ist.
Null Spielwitz, null Kombinationen, null Herzblut. Null zu null.
Nicht mal über den zeitweiligen Bildausfall in meiner Glotze (wahrscheinlich wegen der starken Gewitter in NRW) rege ich mich am Ende noch auf.
Leistungsbarometer der Teams:
Spanien: Hallo Ballzauberer, kleiner Tipp: ihr habt wahrscheinlich euren Zauberstab in irgendeiner Raststätte zwischen Salzburg und Wien liegen lassen.
Italien: Häääähh, Glücksgöttin Fortuna, ich verstehe deinen Zorn. Es mag ja sein, dass deine Latin Lover Samstagnacht fremdgegangen sind. Aber bitte, lass es wie einen Unfall aussehen…
P.S. An dieser Stelle noch einen herzlichen Dank an ZDF-Kommentator Bela Rethy für den Satz: "Die Kombinationen laufen nicht mehr so flüssig, weil der Flüssigkeitsverlust so hoch war." Das ist endlich mal eine Analyse, die auch einer wissenschaftlichen Betrachtung standhält.

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