Das EM-TV-Tagebuch, Tag 17
Mittwoch, 25. Juni 2008 – 1. Halbfinale
Was passt zu einem total verkorksten Fußballspiel? Richtig. Eine total verkorkste Fußballübertragung. Richtig rührend, wie die ZDF-Koryphäen unaufhörlich zu erklären versuchten, dass der Bildausfall in der 2. Halbzeit nicht auf ihre Kappe geht. Hey, ich kann euch trösten: schlechter als das Spiel der deutschen Mannschaft war eure Improvisations-Einlage auch nicht. Aber ihr könntet Bela Rethy mal den Tipp geben, dass er bei seiner nächsten Hörfunk-Reportage gelegentlich den aktuellen Spielstand nennt.
Was für ein Abend! Deutschland, zur Abwechslung wieder mit dem griechischen Spielsystem, gegen die Türkei, die Erfrischungsbrause dieses Turniers. Und wie sagte schon Gary Lineker einst so treffend: "Fußball ist ein Spiel, bei dem 22 Spieler hinter einem Ball herjagen und am Ende gewinnt immer Deutschland".
Aber wie man es auch dreht und wendet: irgendeine Qualität, die sich nicht auf den ersten Blick erschließt, muss die deutsche Nationalmannschaft haben. Sonst stünde sie nicht zum sechsten Mal in einem Europameisterschaftsfinale. Nur um Glück kann es sich jedenfalls nicht handeln.
Bei allem nationalen Überschwang der Gefühle sollten wir allerdings nicht vergessen, dass unser bester Spieler im Tor der Türkei stand. Hoffentlich hat unser Endspielgegner auch so einen Keeper…
Leistungsbarometer der Teams:
Deutschland: Irgendwann muss mir mal einer erklären, wie man solch schlechte Spiele gewinnen kann.
Türkei: Jungs, ihr habt mir echt Spaß gemacht. Teşekkürler!

Kommentare (1)
Treffer!
Mindestens so gut wie die türkische Mannschaft war übrigens das türkische Fernsehen. Während das ZDF von einem “weltweiten Bildausfall” schwafelte, konnten Empfänger des türkischen Fernsehens das Spiel live weiter verfolgen – sehr zur Freude deutsch-türkischer Gemeinschaftsgucker. Ergo: Mit dem Zweiten sieht man gar nichts!
Ach, und Bela Rethy: Nimmt der eigentlich schwere Drogen? Das war ein ein unerträglich debiles Gestammel. Wohl dem, der einen echten Radioreporter hören konnte.