Wann ist ein Strafstoß ein Elfmeter?

Man lernt ja wirklich nie aus. Als ich Mitte der 60er Jahre meine aktive Fußballer-Laufbahn begann, brachte man mir bei: ein Freistoß ist das gleiche wie ein Strafstoß und ein Elfmeter ist ein Elfmeter. Ob das jemals der Wahrheit entsprach, weiß ich nicht. Heute stimmt es jedenfalls nicht (mehr).

Leider bin ich zu dieser späten Erkenntnis erst über Umwege gelangt. Und das kam so. Weiter lesen »

Wenn der Daum mit dem Daun

Gestern Abend ist etwas, zumindest für Medienschaffende, gar Wunderbares geschehen. Der 1. FC Köln mit dem bekannten Trainer Christoph DAUM hat gegen den MSV Duisburg mit dem unbekannten Stürmer Markus DAUN verloren. überdies erzielte Daun beim 1:3 die beiden ersten Treffer.

Dies war das Signal für alle passionierten Wortspieler, aus ihrer vorweihnachtlichen Lethargie zu erwachen. Seitdem gibt’s die volle Dröhnung. Hier eine kurze Auswahl dessen, was mir seit gestern an den Kopf geschleudert wurde:

  • Ganz Köln ist Daun (sportal.de)
  • Daun stiehlt Daum die Show (Kölnische Rundschau)
  • Daun vermasselte Daums Rückkehr (SF Tagesschau)
  • Daun verdirbt Daum das Comeback (SportBild)
  • Daun schiesst Daum ab (news.search.ch)

Und was machen die Kollegen vom Boulevard? Die geben sich mit profaner, nichtssagender Wortakrobatik natürlich erst gar nicht ab. Sie holen gleich aus zum umfassenden rhetorischen Keulenschlag:

  • Was für ein Alb-Daum-Debüt! (Express)
  • Albdaum für Köln! (BILD)

Wenn ich das so lese, geht doch gleich die Phantasie mit mir durch. Wie wär’s mit:

  • Daumatisches Erlebnis für den FC
  • Daun under am Dom
  • Daun ist high
  • Für Daum geht’s Daunstairs
  • Daum fällt unsanft ins Daunenbett
  • Dauns Daumen zeigt nach unten

Justiz 2.0

Kennt ihr Hartmut Schneider? Nein? Ich bisher auch nicht. Der Mann ist Oberstaatsanwalt und als solcher Vertreter der Bundesanwaltschaft am Bundesgerichtshof (BGH) in Leipzig.

Dieser Mann hat vor dem obersten deutschen Gericht einen Freispruch für Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer gefordert. Mit dem Argument, der des Betrugs angeklagte Ex-Schiri habe zwar eine “Gaunerei”, aber keinen strafbaren Betrug begangen. Eine wesentliche Voraussetzung des Betrugstatbestands sei hier nicht erfüllt – die “Täuschung”, so seine Argumentation.

Jaaa, äääähhhhhh… Ja.

Wir lernen: eine akademische Betrachtung hat nicht zwangsläufig etwas mit gesundem Menschenverstand zu tun. Auch nicht mit gesellschaftlicher Verantwortung. Unter diesem Aspekt gilt es viele Dinge neu zu bewerten. Rein akademisch betrachtet, ist auch ein Treffer in einem Fußballspiel kein Treffer. Denn es handelt sich bloß um das überqueren einer weißen Kreidelinie durch eine Kugel. Dies als “Tor” zu interpretieren, ist reine Willkür und durch nichts zu rechtfertigen.

Ja, so ist das. Oder, Herr Schneider, was meinen Sie?

(via Financial Times Deutschland)

Supermann Materazzi

Viele dachten bisher irrtümlich, Marco Materazzi sei ein halbwegs gewöhnlicher italienischer Fußball-Profi. Nichts da. Sportartikel-Hersteller Nike stellt den Mann von Inter Mailand, der durch die Zidane-Kopfstoß-Affäre im WM-Finale 2006 weltberühmt wurde, in einem Werbespot als Mischung aus Herkules, Siegfried, Albert Einstein und Bruce Willis dar. Zu sehen und zum Herunterladen gibt es den Spot bei TV-Spots.net.

Und hier ist noch einmal das “Original”:
Weiter lesen »

Bissiger Engländer

Dass englische Fußballer bissig sind, wissen wir nicht erst seit Nobby Stiles, der seine Gegenspieler bei der WM 1966 reihenweise stillegte. Dass sie aber auch kraftvoll zubeißen können, bewies jetzt Englands Nationalstürmer Jermaine Defoe (Tottenham Hotspur), der am Oberarm seines argentinischen Gegenspielers Javier Mascherano von West Ham United herumkaute (via Blick Online).

Aus Notwehr, wie er beteuerte. Was soll er auch anderes tun? Wahrscheinlich hatte er gerade keine Knarre dabei. Vermutlich noch nicht einmal Reizgas.

Den Preis für die schönste Schlagzeile zum englischen Fußball-Wochenende heimste übrigens diesmal Spiegel Online ein. “Volz kotzt und trifft, Defoe wirbelt und beißt“, titelten die Kollegen aus Hamburg. So etwas nenne ich vorbildlich bildhafte Sprache.

P.S. Ich ernenne hiermit Jermaine Defoe zum “Member of the Fussball-Biss Empire”!

Nächste Seite »