Meucheleleien

Gestern wurde deutlich, dass es sich beim aktuellen Trainer des 1. FC Köln keineswegs um einen Klon außerirdischen Ursprungs handelt, sondern tatsächlich um Christoph Daum. Mit seinem rasierklingenscharfen Verstand hat er sofort erkannt, dass es sich bei dem nicht gegebenen Tor für seinen FC beim 0:1 gegen Alemannia Aachen nicht um eine Auslegungsentscheidung von Schiedsrichter Florian Meyer handelte. Nein, es war vielmehr ein von langer Hand geplantes Gewaltverbrechen am Aufstiegsfavoriten!

Unsere investigativen Recherchen haben ergeben: Die 17 übrigen Zweitligisten schmeißen an jedem Spieltag 50 Millionen Euro zusammen, um damit den Schiedsrichter zu bestechen, damit dieser den FC Köln verlieren lässt. Warum das bei Günter Perl vor zwei Wochen in Hamburg nicht geklappt hat, weiß der Teufel! Vielleicht hatte der gerade eine Erbschaft gemacht und brauchte die Kohle nicht.

Alles klar, CD? Stets zu Diensten!

Bommeleien

Mark van Bommel hat eine Tätlichkeit begangen. Das ist an sich nicht weiter ungewöhnlich. Auch nicht, dass sich der Holländer bei seiner Erziehungsmaßnahme gegenüber dem Stuttgarter Fernando Meira des griffigsten Teils eines Mannes bediente – des Unterleibs.

Nein, viel bemerkenswerter ist die drakonische Strafe, die das DFB-Sportgericht heute für dieses "krass sportwidrige Verhalten" verhängte: eine Sperre für drei Ligapokalspiele!

Mein Gott, welch tragödiales Ausmaß! Das kommt ja praktisch einem Berufsverbot gleich. Und im Wiederholungsfall droht dem Bayern-Spielmacher wahrscheinlich eine noch härtere Strafe: die Streichung eines Pausen-Kaltgetränks im nächsten Testspiel auf außerbayerischem Boden.

(via Express.de

Die Metamorphose

Was ist eigentlich in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gefahren? Alle haben plötzlich wieder Spaß am Fußball – besonders wir Fans!  

Florenz, 1. März 2006: Elf weiß und schwarz gewandete Spieler irren ziellos auf einer grünen Wiese in Florenz umher. Manche Chronisten behaupten später, es habe sich um die deutsche Nationalmannschaft gehandelt. Eine Einschätzung, die vom Großteil der Deutschen nicht geteilt wird. Man sagt sich los: "Kenne ich nicht, nie gesehen!" Wie ein kleines Mäuschen in den Krallen einer Katze sind die weißen Germanen ein willkommenes Spielzeug für die Blauen (Italien). Der "Hühnerhaufen" (Torsten Frings) wartet 86 Minuten lang sehnsüchtig auf den Schlusspfiff.

Prag, 24. März 2007: Eine ausgezeichnet, zeitweise brillant, Fußball zelebrierende deutsche Mannschaft spielt das gewiss nicht schlecht besetzte tschechische Team an die Wand. Das Team wird von der internationalen Fußball-Welt mit der höchsten Anerkennung geadelt, dem Etikett "modern", und sogleich zum Topfavoriten für die Europameisterschaft 2008 erklärt. (Wobei ich der Meinung bin, dass attraktiver und erfolgreicher Fußball schon immer modern war; aber das ist an dieser Stelle ohne Belang.)

Wohlgemerkt: Neun (!) deutsche Kicker standen in BEIDEN Begegnungen auf dem Feld! Was ist in diesen 388 Tagen geschehen? Wie ist diese wundersame Wandlung vom Hühnerhaufen zum Löwenrudel zu erklären?

Um ganz ehrlich zu sein: fragen Sie mich was Leichteres! Wer das rational erklären kann, der trete jetzt vor oder schweige für immer. Es hat viel zu tun mit der Professionalisierung des Umfelds, der Fähigkeit zu lernen und sich nützliche Dinge bei anderen einfach nur abzuschauen; es hat ganz sicher zu tun mit der Magie der Psychologie, und mit Menschen, die diese Magie auch auf andere Menschen zu übertragen wissen; es hat zu tun mit harter Arbeit und Glück, auch die Akzeptanz durch die Fans spielt eine wesentliche Rolle; es hat zu tun mit Erfolg, der Selbstvertrauen vermittelt. Und das alles basiert natürlich auf (lange verschüttetem) Talent.

Was jetzt aber genau in welcher Kombination mit wem zu dieser erstaunlichen Metamorphose einer Fußballmannschaft geführt hat, wird wohl für ewig ein Geheimnis bleiben. Und weil dem so ist, trägt dieser Tatbestand schwungvoll zur Legendenbildung bei. Ehedem ziemlich normale Menschen wie Jürgen Klinsmann oder Joachim Löw finden sich unvermittelt in der Rolle von Nationalhelden wieder. Ich würde mich nicht wundern, wenn sie in Ostwestfalen bald Hermann, den Cherusker, vom Denkmalssockel holen und dort stattdessen eine Büste von Klinsi platzieren. Das Grenzgebiet zwischen Deutschland, der Schweiz und Österreich heißt vermutlich bald "Löwsches Dreieck". Und wenn wir schon gerade dabei sind, benennen wir natürlich Baden-Württemberg in "Löwen-Klinsmannsberg" um.

Schauen wir uns die Aufstellung der deutschen Mannschaft in Prag an:
Lehmann
Lahm – Mertesacker – Metzelder – Jansen
Schneider – Frings – Ballack – Schweinsteiger
Kuranyi – Podolski

Das Ganze nochmal in Altersangaben:
37
23 – 22 – 26 – 21
33 – 30 – 30 – 22
25 – 21

Diese Alterstruktur verspricht für die Zukunft einiges. Bei der WM 2010, oder eher noch 2014, befindet sich unsere "goldene Generation" der Jahrgänge 1983, 84 und 85 im besten Fußballeralter. Dann gesellt sich zum Talent auch noch die Erfahrung. Kaum zu glauben, aber wahr: Schweinsteiger hat mit 22 Jahren schon heute 43 Länderspiele auf dem Buckel – so viele wie Felix Magath in seiner gesamten Karriere. Der ein Jahr jüngere Podolski kommt bereits auf 38 internationale Einsätze. Wenn das so weitergeht, werden "Schweini & Poldi" am Ende ihrer Laufbahn irgendwo bei 170, 180 Länderspielen landen.

Abwehr und Angriff sind jung, unbekümmert und gut. Das kann im günstigsten Fall noch acht bis zehn Jahre in nahezu unveränderter Besetzung anhalten (bis auf "jung"). Einzig das Mittelfeld macht etwas sorgen. Vor allem Schneider und Frings sollten das Altern sofort einstellen. Oder können Sie sich ein Nationalteam ohne die beiden vorstellen? Zweifelhaft, ob die Gruftie-Combo Frings – Ballack – Schneider bei der WM 2010 noch zu Höchstleistungen fähig sein wird.

Aber das Kap muss ohnehin warten. Erstmal kommt die EURO. Und im Gegensatz zur WM macht sich bei mir klammheimlich Vorfreude breit.

Kohle-Subventionen

Weiterhin Kohle-Subventionen für die deutsche Nationalmannschaft:

1. Die Partnerschaft zwischen der Bitburger-Brauerei und der DFB-Auswahl geht in das 17. Jahr. Natürlich werden auch die TV-übertragungen der Länderspiele wieder von den Eifel-Brauern präsentiert. (Quelle: Bitburger)

2. Fußball-Sammelbilder-Hersteller Panini spendet der Nationalmannschaft 50.000 Euro für soziale Zwecke: Jeweils 25.000 für die zuvor von den Spielern ausgewählten Projekte “iThemba School Philippi” und das Netzwerk “roterkeil.net”. (Quelle: Panini)

3. Die adidas-Uhr beim Deutschen Fußball-Bund scheint abgelaufen. Nach einer vom DFB in Auftrag gegebenen und vor dem Länderspiel am Mittwoch gegen die Schweiz vorgelegten repräsentativen Umfrage sind 72 Prozent der deutschen Fans für den Wechsel zum US-Sportartikel-Hersteller Nike ab 2011 – falls die Mehreinnahmen in die Nachwuchsförderung und in Bolzplätze investiert werden. Nike will ab 2011 insgesamt 500 Millionen Euro für acht Jahre überweisen. adidas, das derzeit elf Millionen Euro pro Jahr zahlt, geht davon aus, einen gültigen Vertrag bis 2014 zu besitzen. Den juristischen Zweikampf soll jetzt ein unabhängiges Schiedsgericht klären. Beide Parteien wollen angeblich das Ergebnis akzeptieren. (Quellen: DFB, Focus.de)

Super Mario muss ran!

“Joachim Löw muss vor dem Länderspiel auf Zypern den Platz des vierten Stürmers besetzen,” meldet heute die Netzeitung.

Sorry, Jogi, aber führt denn momentan überhaupt noch ein Weg an Mario Gomez vom VfB Stuttgart vorbei?

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