Wir wollen Gerechtigkeit!

In Paris hat ein skurriler Prozess begonnen. Das französische “Nationale Kollektiv für die Wahrheit über das WM-Finale 2006″ will eine Wiederholung des WM-Endspiels zwischen Frankreich und Italien (3:5 im Elfmeterschießen) richterlich erzwingen. Der Videobeweis sei zu Unrecht angewandt worden und der Schiedsrichter habe den Kopfstoß von Zinedine Zidane gegen den Italiener Marco Materazzi, der zum Platzverweis des französischen Kapitäns führte, gar nicht gesehen, so die Begründung. überdies sei der ganze Vorgang am 9. Juli 2006 in Berlin ein perfider Fall von Rassismus.
Weiter lesen »

Sind Fußballfans Verbrecher?

Die Fakten: Die Blogger-Kollegen von Fanfaktor hatten ein (oder mehrere?) mit dem Handy aufgenommene(s) Mini-Video(s) aus Bundesliga-Stadien auf dem freien Video-Portal youtube eingestellt. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) untersagte dies mit Hinweis auf eine “Urheberrechtsverletzung” und drohte mit rechtlichen Konsequenzen. Kurz darauf ging DFL-Sprecher Tom Bender sogar noch einen Schritt weiter und erklärte: “Wir holen zum großen Gegenschlag aus” (siehe heute.de).

Das ist in knappen Worten die Geschichte, die derzeit in der Fußball-Blogger-Szene für Entrüstung sorgt. Nachzulesen bei sunblogger, auf dem Bundesliga-Blog und dem gerade eingerichteten Solidaritätsblog “Unser Fussball“.

Bereits mein Vater hat mir beigebracht, dass Recht haben und Recht bekommen zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Befragt man den gesunden Menschenverstand, dann stellen verwackelte kurze Videosequenzen per Handy, auf denen praktisch außer unterschiedlichen Farbnuancen nichts zu erkennen ist, selbstverständlich keine Verletzung von teuer bezahlten Bewegtbildrechten dar.

Auf der anderen Seite ist es überhaupt nichts Neues, dass Sportrechteinhaber mit Zähnen und Klauen ihr Terrain verteidigen. Wenn’s sein muss, auch mit der Kalaschnikow. Das gilt für die DFL ebenso wie für die FIFA, die UEFA, das IOC oder andere Verbände. Es geht ums Prinzip. Oder um Prävention. Oder was weiß ich. Nach den Buchstaben des Gesetzes ist das völlig okay. Und vor allem: Das alles ist längst bekannt. Ich verstehe die Verärgerung der Kollegen voll und ganz, aber es stellt sich trotzdem die Frage, weshalb sie es darauf ankommen lassen. Private Nutzung (“Schau mal, Papa”) ist etwas anderes als Veröffentlichung.

Bleibt noch der Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Hier sollten die mächtigen Rechteinhaber die Art und Weise ihres Vorgehens selbstkritisch hinterfragen. Was genau bringt es wirklich, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen? Denn in einem Punkt haben die Blogger-Kollegen sicher Recht: Ohne uns Fans wäre der Fußball nichts. Niente, nada. Gar nichts.

Blog Carnival Spielergehälter

Markus hat in seinem bundesliga-blog einen “Blog Carnival” zum Thema Spielergehälter in der Bundesliga ausgerufen.

Wer zu diesem Thema in letzter Zeit etwas publiziert hat, kann den Link bis zum 30.10.06 an die im Beitrag angegebene E-Mail-Adresse senden.

HSV-Boss Bernd Hoffmann hat dazu seine eigene Meinung. Er fordert eine Gehaltsobergrenze (via netzeitung.de).

Habe ich eigentlich schon gesagt, dass ich Karneval gut finde? Und sei es nur der virtuelle…